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 GIOACHINO ROSSINI

Album francais - Weltpremiere !!! 

 

 Cosmina Stitzl Pianist600

 Cosmina Silvia Stitzl – Mezzosopran, am Flügel Lorenzo Martini. 

 

Kammermusik in Rossinis Gesangsuniversum

Am 25. März 2026 um 19:00 Uhr wird der renommierte Maromorsaal in Bad Ems Gastgeber eines vokalen Rezitals von weltweiter Erstaufführung sein, das dem spätkammermusikalischen Universum Gioachino Rossinis gewidmet ist.

Das Programm des Abends präsentiert das Album français, einen integralen Bestandteil der umfangreichen Sammlung Péchés de vieillesse, eines Werkkomplexes, den Rossini in den Jahren seiner späten Reife nach dem Rückzug aus dem öffentlichen Opernbetrieb komponierte. Diese Kompositionen spiegeln eine intime, subtil ironische und hochraffinierte Ästhetik wider, angesiedelt an der Schnittstelle zwischen der Tradition des Belcanto, dem Geist des französischen Salons und der expressiven Freiheit privater musikalischer Schöpfung.

Ein zentrales Moment, das als grundlegendes Prinzip dieses Rezitals bewahrt bleibt, ist die explizite Intention des Komponisten selbst: Rossini konzipierte den Zyklus Péchés de vieillesse ausschließlich zur Aufführung zu seinen Lebzeiten und ausschließlich im Rahmen der privaten musikalischen Soireen, die er in seinem Pariser Salon veranstaltete. Darüber hinaus formulierte er ausdrücklich die Anweisung, diese Werke erst nach seinem Tod zu veröffentlichen, womit er ihren bekenntnishaften, spielerischen und bewusst inoffiziellen Charakter unterstrich – bestimmt für einen engen Kreis von Freunden, Künstlern und Intellektuellen.

Das Rezital am 25. März 2026 verfolgt das Ziel, die Atmosphäre der Pariser Salonmusik des 19. Jahrhunderts neu zu erschaffen und dabei den ursprünglichen Geist dieser Kompositionen zu respektieren. In diesem Kontext wird das Album français erstmals seit den historischen Soireen Rossinis vollständig und in einer geschlossenen konzeptionellen Einheit aufgeführt – in einer Form, die die vom Komponisten intendierte historische, ästhetische und interpretatorische Dimension wiederherstellt.

Die Veranstaltung ist Teil des Promotionsforschungsprojekts von Cosmina Silvia Stitzl, Kammermusik in Rossinis Gesangsuniversum, das der Erforschung des kammer-vokalen Schaffens Rossinis aus musikwissenschaftlicher und interpretatorischer Perspektive gewidmet ist. Das Projekt wird von der G.u.I. Leifheit Stiftung Nassau gefördert und unterstützt damit sowohl fortgeschrittene künstlerische Forschung als auch die Erschließung selten aufgeführter Repertoires.

In dieser Perspektive versteht sich das Rezital im Maromorsaal nicht nur als herausragendes künstlerisches Ereignis, sondern auch als Akt historischer Wiedergewinnung und als origineller Beitrag zur internationalen Rossini-Forschung. Es eröffnet dem Publikum den Zugang zu einem intimen, reflektierten und überraschend modernen Rossini – so, wie ihn der Komponist selbst konzipiert hat.

Aus interpretatorischer und akademischer Sicht wird das Rezital von einer Gruppe universitärer Lehrender gestaltet, international anerkannten Solistinnen und Solisten, deren künstlerische Tätigkeit in einem kontinuierlichen Dialog mit hochrangiger musikwissenschaftlicher Forschung steht. Diese doppelte Kompetenz – künstlerisch wie akademisch – verleiht der Interpretation eine historisch, stilistisch und ästhetisch fundierte Lesart, die in voller Übereinstimmung mit dem Geist des späten rossinianischen Schaffens steht.

Die pianistische Begleitung übernimmt Lorenzo Martini, ein Künstler, der für seine stilistische Feinfühligkeit und interpretatorische Sensibilität im kammer-vokalen Repertoire geschätzt wird. Seine Mitwirkung gewährleistet die Kohärenz des musikalischen Diskurses und eine authentische Rekonstruktion jener Salonatmosphäre, die dem Zyklus Péchés de vieillesse ursprünglich zugrunde lag.
Der künstlerische Abend wird mit einem ausführlichen Einführungsvortrag von Reto Müller, Präsident der Deutschen Rossini Gesellschaft, eröffnet. In diesem Beitrag wird das Spätwerk Gioachino Rossinis aus historischer und ästhetischer Perspektive kontextualisiert, wobei insbesondere die Bedeutung des Zyklus Péchés de vieillesse innerhalb des kammermusikalisch-vokalen Œuvres des Komponisten sowie die Aktualität und Relevanz der Wiederentdeckung dieses selten aufgeführten Repertoires für die zeitgenössische Aufführungspraxis hervorgehoben werden.

Den Abschluss der Veranstaltung bildet die Buchpräsentation des bei Eurostampa erschienenen Bandes Album Italiano – a guide to musical and stylistic interpretation, verfasst von Drd. Cosmina Silvia Stitzl und Prof. univ. dr. habil. Veronica Laura Demenescu, in deutscher Übersetzung von Conf. univ. dr. Alina Nicoleta Pădurean und mit wissenschaftlicher Redaktion durch Conf. univ. dr. habil. Ion Alexandru Ardereanu. Diese Publikation ergänzt die künstlerische Dimension des Abends durch einen grundlegenden editorischen Beitrag und unterstreicht die enge Verbindung zwischen interpretatorischer Praxis, musikwissenschaftlicher Forschung und kritischer Reflexion über die spätrossinianische Ästhetik.

 

Cosmina Stitzl600 

Cosmina Silvia Stitzl ist Universitätsdozentin und lyrische Sängerin mit einer über drei Jahrzehnte währenden kontinuierlichen künstlerischen, pädagogischen und wissenschaftlichen Tätigkeit im rumänischen und deutschen Kultur- und Bildungsraum. Sie wurde am 11. November 1971 in Timișoara geboren, ist rumänische Staatsbürgerin und lebt derzeit in Fellbach, Deutschland. 

Ihre universitäre Laufbahn umfasst seit 2024 die Position einer Universitätsassistentin (CDA) an der Universität „Aurel Vlaicu“ in Arad, Rumänien. Zuvor war sie als Lehrbeauftragte (CDA) an der West-Universität Timișoara tätig (2010–2011). Parallel dazu blickt sie auf eine langjährige pädagogische Tätigkeit im deutschen Musikschulwesen zurück: Seit dem Jahr 2000 ist sie als Gesangslehrerin an der CSS Musikschule Stuttgart tätig, zuvor unterrichtete sie an der Yamaha Musikschule Stuttgart sowie an der Jugendmusikschule Leonberg (1995–1999). 

Ihre künstlerisch-akademische Ausbildung absolvierte sie zunächst am Musiklyzeum „Ion Vidu“ in Timișoara, gefolgt von Studien an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Wien (1991–1994). Anschließend spezialisierte sie sich im Fach Gesang an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart (1994–1998). Ihre wissenschaftliche Laufbahn umfasst Promotionsstudien an der Nationalen Musikuniversität Bukarest (2009–2011) sowie laufende Promotionsstudien seit 2023 an der Universität Oradea. 

 Im Rahmen ihrer künstlerischen Weiterbildung nahm Cosmina Silvia Stitzl an zahlreichen internationalen Meisterkursen teil und erhielt Stipendien für Studien bei bedeutenden Persönlichkeiten der Opernwelt, darunter Carlo Bergonzi (Spoleto, 1992), Renata Scotto (Wien, 1992) sowie William Matteuzzi im Rahmen des Festivals Rossini in Wildbad (2000–2002). Darüber hinaus war sie Initiatorin und Organisatorin mehrerer internationaler Gesangs-Meisterklassen in Deutschland und Rumänien sowie thematischer Workshops an Universitäten. 

Ihre künstlerische Laufbahn ist geprägt von einer intensiven Konzert- und Rezitaltätigkeit in Deutschland, Österreich, Italien, Spanien und Rumänien. Das Repertoire reicht von barocker Vokalmusik (Bach, Händel) über die Klassik (Mozart) bis hin zur italienischen und französischen Romantik mit einem besonderen Schwerpunkt auf dem vokalen Spätwerk Gioachino Rossinis. Zwischen 1998 und 2003 war sie regelmäßig als Solistin beim Internationalen Rossini-Festival in Bad Wildbad eingeladen und wirkte an der Uraufführung, der CD-Produktion sowie an der Rundfunkübertragung der Messa di Lugo von Gioachino Rossini mit. Darüber hinaus interpretierte sie Solopartien in Opern- und Ballettproduktionen an renommierten deutschen Bühnen. 

Im Bereich der künstlerischen Forschung und Projektarbeit leitete und realisierte sie mehrere nationale und internationale Kultur- und Bildungsprojekte. Hervorzuheben ist ihre Tätigkeit als deutsche Projektpartnerin und Direktorin im Rahmen des Projekts „Observatorul profesiilor muzicale din România“ (POSDRU, 2010–2014). Weitere bedeutende Projekte wurden in Deutschland realisiert und durch öffentliche sowie private Fördermittel finanziert, mit einem klaren Fokus auf kulturelle Vermittlung, interkulturellen Dialog und musikalische Bildung. 

Ihre wissenschaftliche Tätigkeit spiegelt sich in der regelmäßigen Teilnahme an internationalen Konferenzen und Symposien wider, insbesondere in den Bereichen Musikpädagogik, Musik und Medizin, musikalische Kognition, digitale Forschung sowie zeitgenössische Musikologie. Sie ist Autorin mehrerer wissenschaftlicher Fachartikel, veröffentlicht in international indexierten Zeitschriften (BDI, CEEOL, EBSCO, ERIH+, Web of Science), mit thematischen Schwerpunkten auf musikpädagogischen Konzepten, der lyrischen Spätphase Gioachino Rossinis, digitaler Bibliotheksforschung sowie musikbiografischen Studien. 

Für ihre künstlerische Leistung wurde Cosmina Silvia Stitzl mit dem Zweiten Preis beim Internationalen Wettbewerb für Gesangsinterpretation „Rossini in Bad Wildbad“ (2002) ausgezeichnet. Sie ist aktives Mitglied mehrerer internationaler Berufs- und Fachverbände, darunter die Deutsche Rossini Gesellschaft, der Bundesverband Deutscher Gesangspädagogen, die International Society for Music Education sowie verschiedene kulturelle und bildungsorientierte Organisationen in Rumänien, Deutschland und Serbien. 

 

Besetzung

 

Sopran / Soprano Mihaela Marcu-Câlin – Solistin der Opera Nationalâ Română din Timişoara / Universitatea des Vest din Timisoara/Soloist oft eh Romanian National Opera Timisoara / West University of Timisoara

Mezzosopran / Mezzo-soprano Cosmina Silvia Stitzl – Aurel Vlaicu University of Arad

Tenor Daniel Zah – West University of Timişoara

Bariton /Baritone Ştefan Ignat – Romanian National Opera Bucharest

Sopran II / Soprano II Gabriela Diana Matei – Romanian National Opera Timişoara / West University of Timişoara

Mezzosopran II / Mezzo-soprano II Pauline Zippert – Deutschland Germany 

Tenor II Ciprian Catalin Roman – Opera Natională Română din Timişoara / Universitatea Aurel Vlaicu din Arad/Romanian National Opera Timişoara / Aurel Vlaicu University of Arad

Bariton II / Baritone II Denis Matei – Teatrul German de Stat din Timişoara / Universitatea de Vest din Timişoara German State Theatre Timişoara / West university of Timişoara

Klavier / Piano Lorenzo Nartini – Italien / Italy

Ensembledirigent Veronica Laura Demenescu – Aurel Vlaicu University of Arad

Besondere Gäste / Special Guests Reto Müller – Deutsche Rossini Gesellschaft 

Deutsch MIHAELA MARCU 

 

 

 

 

Projekt gefördert durch die G. und I. Leifheit Stiftung Nassau. 

 

Eintritt frei.

 

Mittwoch, 25. März 2026 | 19:00 Uhr

BAD EMS | Marmorsaal

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